Grönemeyer: Nachts ist gut, ab elf Uhr an meinem Schreibtisch. Bis vor einigen Jahren habe ich immer am selben Tisch gedichtet. Das war der Schreibtisch, den mir ein Nachbar in Bochum vermacht hat, der Bergwerksdirektor Eisenmenger. Zu dem bin ich schon als Kind immer gegangen. Ich setzte mich zu dem an den Tisch, und dann erzählte der mir irgendwas Interessantes. Das war ein eher spröder Mensch, und wir hatten auch ein merkwürdig tief gehendes Verhältnis. Dass dieser Tisch für mich von Bedeutung war, das muss der Mann verstanden haben. Als er starb, verfügte er – obwohl er zwei erwachsene Söhne hatte –, dass ich, der Zehnjährige, den Tisch bekam. Am Tisch des Bergwerksdirektors, einem dunklen Trumm mit Löwenfüßen, sind alle meine Hits entstanden, von Bochum bis Mensch. Mittlerweile habe ich einen neuen Schreibtisch. Der Tisch von Direktor Eisenmenger steht heute im Hansa-Studio.